Von der Quelle bis zur Mündung …

Da die Ruhr2Northsea Challenge für mich immer näher rückt und ich in diesem Jahr doch noch nicht wirklich viele Kilometer auf dem Rad sammeln konnte, kam mir der Diemelradwegtag ganz gelegen. 110 km zum Einrollen für die Tour zur Nordsee.


Überall hingen Plakate, Flyer lagen aus und auch im Internet wurde Werbung gemacht. Der 1. Diemelradwegtag wurde angepriesen. Klar war ich als Einheimischer schon unzählige Male an der Diemelquelle und das es einen Radweg bis zur Mündung der Diemel in die Weser gibt, war mir auch bekannt, dennoch hat mich nie etwas dazu bewegt, diesen Radweg mal abzufahren. „Langweilig! Bestimmt nur für alte Leute…“

Ein Aktionstag am Diemelradweg, ein kleines Fest in jedem Gastgeberort, auch nicht das was mich jetzt unbedingt locken würde diesen Radweg zu fahren, aber es gab eine Stempelkarte. „Stempel sammeln kann ich! Ich fahr das Ding komplett und mach die Karte voll!“

Gesagt getan. Gut gelaunt und mit der Motivation alle Stempel zu sammeln stand ich pünktlich am 14. Mai um 9:00 Uhr an der Diemelquelle. Das GPS- Gerät nur zum Aufzeichnen der Strecke, denn die Datei gab es irgendwie nicht auf der Homepage … „Dann wird eben nach Schildern gefahren. Irgendwie werde ich schon an die Weser kommen!“

20170514_092730a
# Kette rechts

Erst mal Richtung Usseln. Hier gleich das erste Schilderproblem. Eins im Ort übersehen und schon stand ich an der falschen Ecke. Da ich im Tourimodus war, kurz aufregen (wie sich das eben gehört, wenn man sich nicht auskennt) und dann weiter, den Ortskenntnissen sei Dank, Richtung Hemmighausen. Im Diemeltal wechselte dann der Untergrund von Asphalt auf Schotter, aber das war durch die Gravel- Bereifung am Rennrad kein Problem. Ein leichtes auf und ab, mal links, mal rechts herum, durch Hemmighausen, Deisfeld und Gieberinghausen bis nach Heringhausen am Diemelsee. Dort an der Touristinformation wurde ich von strahlenden Gesichtern empfangen. Es gab den zweiten Stempel und sogar noch Kuchen und eine Banane mit auf den Weg. „So kann es weiter gehen!“

20170514_093801a
# Der Diemelsee

Nach dem obligatorischen Foto an der Sperrmauer ging es dann weiter Richtung Marsberg. Immer den Schildern nach, durch das schöne Diemeltal. Kurz vor Padberg dann der erste, aber auch der steilste Anstieg der Tour. Das Diemelwasser hat es schon gut, das muss hier nicht rauf. Geschafft! Danach ging es wieder bergab durch’s Grüne, immer die Diemel in Sichtweite. In Marsberg angekommen wurde man dann zur nächsten Stempelstelle geleitet. Mitten in der Stadt war ein kleiner Markt aufgebautund die Verkehrspolizei baute einen Fahrradparcours für die Kinder auf. Im Nachhinein war es das mit Abstand schönste Fest entlang der Strecke.

20170514_095814a
# Diemeltal vor Padberg

Landschaftlich verwöhnt durch die ersten 40 km ging es dann locker flockig für mich weiter. Aus dem engen grünen Tal mit seinen Wäldern wurde das weite Land mit vielen Feldern. Um es ein wenig abzukürzen … Es wurde irgendwie so wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Ein recht langweiliger Fahrradweg mit Asphaltautobahn zwischen Rapsfeldern. Mir persönlich gefiel das gar nicht, aber ich kam flott voran. Spannung brachte dann allerdings der aufgeplatze Mantel an meinem Vorderrad. Man hat ja für alles eine Lösung parat, einen Erstazschlauch hatte ich ja auch dabei, aber für sowas?? Noch 50 km, noch 49, 48, … – „Wird wohl schiefgehen!“

20170514_140444a
# Aufgelpatzer Mantel – Hat noch 50 km gehalten

Stempelstelle um Stempelstelle wurde angefahren, zwischendurch Frühstück und nachmittags ein Stück Kuchen. Für das Leibliche wohl entlang des Diemelradweges war bestens gesorgt, wenngleich ich mir das alles ein bisschen anders vorgestellt hatte. Schön war es trotzdem.

20170514_113022a
# Rapsfeldautobahn für Fahrräder

Ärgerlich war es, dass die Stempelstelle 7 wohl 3 km abseits vom Radweg in Hümme versteckt war. Kein Hinweisschild, einfach nichts … Naja das hab ich dann aber auch erst in Trendelburg erfahren. Egal dann eben ein Stempel weniger. In Wülmersen dann das gleiche Spiel. Keine deutliche Markierung der Stempelstelle so dass es dort auch nichts zu holen gab. Auf den letzten Kilometern wurde aber die Strecken nochmal schöner. Jetzt ging es wieder über unbefestigte Wege durch den Wald. Zur letzen Stempelstelle in Bad Karlshafen führten dann wieder Schilder wie anfangs auch in Marsberg. Festlich war es dort leider nicht wirklich. Trotzdem war ich glücklich die Tour ohne Defekte gemeistert zu haben.

20170514_121512a

Fazit: Eine tolle Idee den Diemelradweg zu bewerben und zu präsentieren und für die erste Veranstaltung dieser Art, auch ganz gut gelöst. Wenn Kleinigkeiten verbessert werden, wird‘s bestimmt eine runde Sache. Das größte Problem war für mich persönlich die Beschilderung. Anfangs und immer wieder zwischendurch war es das schöne Diemelradweg-Logo welches den Weg wies. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich dahinter kam das man auch den grünen Fahrrädern auf hessischer Seite und den Roten auf westfälischer Seite folgen musste. Eine für mich anfangs sehr schöne Route durch Wälder und Täler, den Rest muss man einfach mögen. Geschmäcker sind zum Glück verschieden … Im großen und ganzen ist es aber ein ganz netter Radweg an dem es rechts und links der Strecke sicher einiges zu entdecken gibt.

20170514_135712a
# Nur 8 von 10 Stempeln

 112 Kilometer | 718 Höhenmeter | 4 Stunden 45 Minuten

Informationen zum Radweg: www.diemelradweg.de


DRW   

Grün  Rot

 

 

 

 

 

 

1. Diemelradwegtag

Beitragsnavigation


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.